Parallel zur Grafik malte und zeichnete Hagen Nerdinger schon seit

frühester Jugend. Seine Bilder, meist Aquarelle, entstanden in Italien

und Griechenland. Über viele Jahre verbrachte er mehrere Wochen

im Jahr auf Patmos, der Insel der Offenbarung des Johannes.

Die Bilder gewinnen ihre innere Kraft und Ruhe aus der Begegnung mit dem Licht und der Landschaft Griechenlands. Hagen Nerdinger sucht kein irdisches Paradies, sondern verwirklicht ein sprödes Arkadien.

In seinen Aquarellen wird die einsame Landschaft weder zum südlichen Fluchtraum noch zur touristischen Kulisse, sondern zum Bild der Erde und der Vegetation, die im warmen Licht einfach da ist. Auch die Spuren der Kultur sind einfach da, ohne etwas zu erzählen: die Mauern, Wege und Felder, und vor allem das einsame Haus. Diese Assoziation gibt auch seinen Bildern eine beunruhigende, ja verstörende Stille, die

die Augen auf die Wanderschaft schicken nach anderen Orten, heilsamere Orte, in die einzutauchen wären. Er spürt so vielleicht einem verloren Gegangenen nach, begibt sich auf Wege des Suchens, Verlierens und Wiederfindens, die neue Wirklichkeiten in ihm wachrufen, und ihn doch auch als alte und bekannte in eine Wiederbegegnung, vielleicht auch einen Dialog mit sich selber führen. 

Caspar David Friedrich

»Der Maler male, was er in sich sieht.

Sieht er nichts in sich,

so unterlasse er auch, das zu malen,

was er vor sich sieht«